Artikelserie Vergleich gesetzliche und private Krankenversicherung (3) – beim Zahnarzt

Im letzten Artikel der Serie „Vergleich gesetzliche und private Krankenversicherung“ ging es um die Unterschiede bei ärztlichen Untersuchungs- und behandlungskosten im ambulenten Bereich. Heute geht’s um ein weiteres, wichtiges Thema. Wo sind die unterschiedlichen beim Zahnarzt.

Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung beim Zahnarzt

Bei der gesetzlichen Krankenversicherung sind die Leistungen beim Zahnarzt auf eine zweckmäßige Versorgung reduziert. Die Leistungen sind nach festen Richtlinien begrenzt auch das sogenannte kassenärztliche Niveau.

Zahnbehandlung:

Die Kostenerstattungsquote liegt bei der Zahnbehandlung bei 100%. In diesem Bereich gibt es jedoch auch einige Ausnahmen. Die Kostenübernahme z.B. bei Inlays liegt nur bei 10%. Es gibt bei der gesetzlichen Krankenversicherung auch Leisten, wie z.B. Prophylaxemaßnahmen und Wurzelbehandlungen, die gar nicht erstattet werden.

Zahnersatz:

In Bereich des Zahnersatzes muss in zwei Kategorien unterschieden werden. Die einfache Regelversorgung und die höherwertige Versorgung.

Im Bereich der einfachen Regelversorgung werden die Kosten zu 50% übernommen. Wenn Sie eine 5-jährige regelmäßige Vorsorge (Bonusheft) nachweisen können, steigt der Satz für die Kostenübernahme auf 60%. Können Sie eine 10-jährige Vorsorge nachweisen, liegt die Kosteübernahmequote bei max. 65%. Die Übernahme wird als sogenannter Festzuschuss gewährt.

Auch für die höherwertigere Versorgung wird nur der Festzuschuss für die einfache Regelvorsorge gewährt. Durch diese Limitierung der Kostenübernahme auf die einfache Regelversorgung, liegt die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung in den meisten Fällen bei weitaus weniger als 50% der Gesamtkosten. Unter Betrachtung des Gesamtrechnungsbetrags im Durchschnitt nur zwischen 20 und 30%.

Kieferorthopädie:

In diesem Bereich werden von der gesetzlichen Krankenversicherung für Erwachsene keine Kosten erstattet. Einzige Ausnahme ist, wenn die Behandlung noch vor Abschluss des 18. Lebensjahr begonnen wurde.

Die Kostenerstattungsquote bei Kinder liegt bei 100%. Wir die Behandlung jedoch vorzeitig abgebrochen, sind Eigenbeteiligungen je nach Kinderzahl von 10 bis 20% möglich. Es ist jedoch zu beachten, dass die kinderorthopädische Behandlung nicht mehr für alle Kinder gewährt wird. Die Kostenübernahme wird nur noch in ca. 20% der Fälle übernommen und zwar dann, wenn bei Einstufung in die sog. Kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KID) 1 und 2 festgestellt wurde. Die Kosten werden oft auch dann oft nicht übernommen, selbst wenn die Behandlung medizinisch notwendig ist.

Leistungen der privaten Krankenversicherung beim Zahnarzt

Bei der privaten Krankenversicherung werden grundsätzlich alle zahnärztliche Leistungen, ohne Begrenzung auf das kassenärztliche Niveau erbracht. Auch bei den Zahnarztleistungen wird der genaue Leistungsumfang wieder im Versicherungsvertrag festgelegt.

Zahnbehandlung:

Die Zahnbehandlungen werden von der privaten Krankenversicherung in der Regel je nach Tarif zwischen 80% und 100% übernommen. Die Leistungen liegen daher deutlich über denen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Zahnersatz:

Die Kostenerstattung im Bereich Zahnersatz liegt je nach Tarif zwischen 60 bis 80%. Es ist jedoch dabei zu Berücksichtigen, dass die Erstattung nicht auf die einfache Regelversorgung der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzt ist.

Kieferorthopädie:

Kieferorthopädie wird bei der privaten Krankenversicherung je nach Tarif von 60 bis 100% übernommen. Die medizinisch notwendige Kieferorthopädie wird für Kinder immer übernommen, also auch bei Indikationsgruppen 1 und 2.

In dem nächsten Beitrag geht es um die Leistungsunterschiede im Bereich von Arzneikostenerstattung, sowie bei Heil- und Hilfsmittel. Seien Sie gespannt. Bis dahin!

Siegmar Bührle

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