Wie man sich richtig gegen Unwetterschäden versichert

Nicht nur im Herbst stellt sich die Frage, wie man sich vor Unwetterschäden und deren Folgen schützen kann. Allein das letzte Unwetter vom 16. August 2008 hat in Europa nach Angaben der Süddeutsche.de wieder 10 Tode zur Folge gehabt. Mit diesem Artikel stelle ich Ihnen die wichtigsten Versicherung gegen Unwetterschäden vor.

Bevor man sich jedoch mit der richtigen Versicherung beschäftigt, sollte man mit dem gesunden Menschenverstand prüfen, wie sich mögliche Schäden im Vorfeld bereits abwenden lassen. Es ist kein Fehler, wenn Sie lose oder defekte Dachziegel ersetzen, morsche Äste an Ihren Bäumen absägen, etc. dass bei einem Sturm weder Menschen noch sonstige Gegenstände verletzt oder beschädigt werden. Wenn in der Wettervorhersage ein Sturm angesagt wurde, sollten auch bewegliche Teile im Garten wie etwa Gartenmöbel, Pflanzenkübel, etc. gesichert werden.

Wenn jedoch mal ein Unwetter in Form eines Sturms oder eines Hochwassers in einer Region tobt, kann ein einzelner fast nicht’s mehr dagegen ausrichten. Hier kommt es dann mehr darauf an, die Folgen finanziell aufzufangen. Immobilienbesitzer sind in der Regel auf der sicheren Seite, wenn Sie eine Wohngebäudeversicherung und eine Hausratversicherung abgeschlossen haben. Eine Haftpflichtversicherung kann Sie darüber hinaus vor Schadensersatzansprüchen dritter schützen.

Die Wohngebäudeversicherung

Die Wohngebäudeversicherung ist für Hausbesitzer unverzichtbar. Viele Banken und Versicherungen fordern diese als Bedingung vor Kreditvergabe im Zuge einer Finanzierung den Abschluss derselben. Doch wer bereits eine kreditfreie Immobilie hat, sollte sein Wohngebäude trotzdem ausreichend versichern.
Beim Abschluss einer Wohngebäudeversicherung lassen sich unterschiedliche Einzelrisiken mit in den Versicherungsschutz einschließen. Dies sind Schäden aus „Feuer und Blitzschlag“, „Sturm und Hagel“, „Leitungswasser“ sowie „Elementarschäden“.

Versicherungsschutz „Feuer und Blitzschlag“

Wer diesen Baustein mit in seine Wohngebäudeversicherung mit aufnimmt, bekomme alle Schäden am seinem Gebäude erstattet, die durch Feuer oder Brand entstehen. Die versicherungsrelevante Definition von „Feuer“ wird in den „Allgemeine Wohngebäude-Versicherungsbedingungen“, auch kurz VGB in der Fassung 2001 in §5 Nr. 1 festgeschrieben. Diese lautet wie folgt:

“Ein Feuer ist ein Verbrennungsvorgang mit Lichterscheinung (Flamme, Glut, Funken). Eine weitere Voraussetzung ist, dass das Feuer ohne einen bestimmungsgemäßen Herd entstanden ist oder ihn verlassen hat und sich aus eigener Kraft auszubreiten vermag. Unter bestimmungsgemäßen Herden bezeichnet man z. B. Öfen aller Art, Kamine, Kerzenflammen, Feuerzeuge, Zigarettenglut etc. Unter den Versicherungsschutz Brand fällt das Verbrennen oder Anbrennen, Verrußen, Versengen durch Funkenflug eines Schadenfeuers, Verformung von Sachen, Rauchschäden (Tapete, Deckenpaneele), also alle mittelbaren und unmittelbaren Schäden eines Feuers.”

Unwetter treten oft auch in Verbindung mit heftigen Gewittern auf. Diese bergen ein hohes Potential an Energie, die in Form von Blitzen zum Spannungsausgleich abgeleitet wird.

In der Regel ist der Blitzeinschlag jedoch nicht mit im Leistungsumfang dieser Definition beinhaltet. Viele Gesellschaften erweitern jedoch die Versicherungsleistung um den Blitzeinschlag. Legen Sie deswegen bei einem Neuabschluss einer Wohngebäudeversicherung auf diese Zusatzleistung beim Tarifvergleich eine entsprechende Beachtung. Im Zuge von Versicherungsvergleichen haben Sie die Möglichkeit, im Leistungsdetail die jeweilige Vertragsleistung einzusehen um somit den Versicherungsumfang „Blitz“ entsprechend werden zu können.

Versicherungsschutz „Sturm und Hagel“

Die Sturm und Hagelversicherung übernimmt Schäden, die durch deren unmittelbare Einwirkung entstehen oder dadurch, dass der Sturm Hausteile, Bäume, oder sonstige Gegenstände gegen das versicherte Gebäude wirft. Das gilt auch, wenn das Dach abgedeckt wird und reinlaufendes Regenwasser den Dachbogen durchweicht.
Zu den versicherten Schäden, welche durch Sturm oder Hagel entstehen, gelten auch abgeknickte Antennen oder abgerissene Markisen.

Die Voraussetzung für die Erstattungspflicht des Versicherers ist jedoch, dass eine „wetterbedingtet Luftbewegung“ von mindestens Windstärke 8, das entspricht einer Windgeschwindigkeit von 62 bis 74km, vorherrscht.

Sie als Hausbesitzer müssen jedoch nicht beweisen, dass auf Ihrem Grundstück die Windstärke 8 herrschte. Es genügt wenn ein entsprechender Wert in einer Wetterstation in Ihrer Nähe den Wert gemessen hat. Dies entschied bereits das Oberlandesgericht (OLG) Karlsruhe in dem Urteil AZ: 12 U 251/04.

Versicherungsschutz „Leitungswasser“

Wer durch Leitungswasser verursachte Schäden auch mit versichert haben möchte, muss die Leitungswasserversicherung mit abschließen. Diese Versicherung erstattet alle Schäden, die durch Leitungswasser entstanden sind.

Schäden durch Leitungswasser können sowohl an Zu-, als auch Ableitungsrohren der Wasserversorgung entstehen. Mit zum Versicherungsumfang gehört auch, wenn Wasser durch Frostschäden oder Bruchschäden bestimmungswidrig austritt.

In der Regel sind Schäden die aus bestimmungswidrig ausgelaufenem Leitungswasser herrühren Vertragsleistung der Hausratversicherung. Sollten Sie bereits eine Hausratversicherung haben, sollten Sie vor Vertragsabschluss prüfen, ob Sie den Zusatzbaustein „Leitungswasser“ der Wohngebäudeversicherung wirklich benötigen.

Versicherungsschutz „Elementarschaden“

Der Zusatz „Elementarschaden“ zur Wohngebäudeversicherung deckt alle Schäden, die durch Elementargewalten entstehen. Zu den versicherbaren Elementargewalten gehören Erdbeben, Überschwemmung, Erdsenkungen, Erdrutsche, sowie Schneedruck und Lawinen. Gerade dieser Zusatzbaustein ist im Hinblick auf Unwetter eine sehr wertvoller Versicherungsbaustein.

Was kann man von der Wohngebäudeversicherung im Hinblick auf Unwetterschäden erwarten – und was nicht!

Versichert ist immer die Immobilie selbst und alles was mit ihr fest verbunden ist. Somit gehören zum Versicherungsumfang auch Tapeten, verklebte Teppiche, Fenster, Türen, etc. wie auch Balkone. Die finanzielle Unterstützung beinhaltet auch die Aufwendungen für einen Sachverständiger, die Kosten für Aufräumarbeiten sowie die Entsorgung des entstandenen Mülls.
Keinen Schutz bietet die Wohngebäudeversicherung für die Einrichtungen des Hauses oder der Wohnung. Hierfür ist die Hausratversicherung erforderlich.
Eine Wohngebäudeversicherung deckt auch keine Schäden dritter, so dass eine Haftpflichtversicherung für den Grundbesitzer sehr wichtig sein kann. Fällt z.B. ein morscher Baum auf die Nachbargarage oder trifft ein Ziegel einen vorbeilaufenden Passanten, ist der Grundbesitzer des Objekts Schadensersatzpflichtig.

Fazit

Zusammenfassend kann man sagen, dass es nicht möglich ist sich nur mit einer Versicherung allumfassend gegen Unwetterschäden zu schützen. Wer einen guten und günstigen Versicherungsschutz sucht, sollte mit Hilfe von Versicherungsvergleichen sich die passenden Angebote in aller Ruhe zusammenstellen und den Leistungsumfang abgleichen. Wohngebäudeversicherung, Hausratversicherung und Haftpflichtversicherung sind für den optimalen Versicherungsschutz erforderlich.
Berücksichtigen Sie bereits vorhandene Versicherungspolicen. Wenn Sie bereits eine Hausratversicherung haben, benötigen Sie bei der Wohngebäudeversicherung nicht mehr den Baustein „Leitungswasser“, etc.
Ich denke, dass der Artikel ihnen einen guten Überblich über die erforderlichen Versicherungen gegeben hat. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim prüfen, welchen Versicherungsschutz Sie wirklich noch benötigen und beim suchen nach einer günstigeren Alternative bei einer bestehenden Versicherung.

Auf dass Sie immer gut und günstig versichert sind,
Ihr
Siegmar Bührle

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