Steuern sparen mit Konten der Kinder

Geld auf das Konto des Nachwuchs zu übertragen, ist nicht erst sei der Einführung der Abgeltungssteuer beliebt – es gelten aber strenge Regeln!

Kinder kosten Geld, können ihren Eltern aber auch beim Sparen helfen. Denn wie Erwachsenen auch stehen Kindern Steuerfreibetragen zu, das bleibt auch nach der Einführung der Abgeltungssteuer so. Wer den Nachwuchs indies zur Steuerhinterziehung benutzt, dem drohen heftige Nachzahlungen.

„Abgeltungssteuer vermeiden – Schenkung ans Kind?“

Eine Frage, die viele Eltern umtreibt. Weil der eigene Sparerfreibetrag voraussichtlich 2009 überschritten wird, planen viele Ehepaare, einen Teil der Wertpapiere auf die Kinder zu übertragen. Erhofftes Ergebnis: eine Steuerersparnis von mehreren Tausend Euros  bis zur Volljährigkeit der Kinder. Auch 2009 können Eltern doch die Übertragung von Vermögend auf Kindern ihre Steuerschuld mildern. Allerdings gilt es – wie bisher auch – Regeln zu beachten. Mit diesem Beitrag stellen wir Ihnen die wichtigsten Zusammen:

Geld gehört dem Kind

Wer Vermögen im Namen seiner Kinder anlegt, muss sich im Klaren sein, dass er damit das Geld aus der Hand gibt. Das hat jüngst das Familiengericht Rheinland-Pfalz bestätigt. Demnach müssen Eltern Geld auf Kinderkonten versteuern, sofern sie die Kapitalanlage wie eigenes Vermögen behandeln (AZ 5K 2200/05).

Finanzbeamte katten bei einer Steuerprüfung beanstandet, dass ein Ehepaar umfangreiche Wertpapiergeschäfte über die Kunden der teils volljährigen Kinder getätigt hatte. Da die Eltern über dies keine Schenkung belegen konnten, rechnete ihnen das Finanzamt die erzielten Erträge wie eigene zu und bar sie nachträglich zur Kasse. „Wer Vermögen auf Kinder überträgt, darf das nicht nur aus steuerlicher Sicht sehen, sondern muss das Geld wirklich hergeben wollen“, so der Steuer- und Rechtsexperte Volker Schmidt von Steuerberater und Anwalt bei der Stuttgarter Kanzlei Ebner, Scholz und Partner.
Bis zu 8501 EUR im Jahr kann ein Kind steuerfrei einnehmen. Erzielt es keine weiteren Einkünfte, kann der Bank eine Nichtveranlagungsbescheinigung vorgelegt werden. Dann fällt auch keine Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge an, die über dem Sparerfreibetrag von 801 EUR im Jahr liegen. Solche Bescheide stellen die Finanzämter alle drei Jahre aus.

Schenken ohne Steuer

Vermögensübertragungen auf Kinder werden als Schenkungen behandelt, wenn es dafür keine Gegenleistung gibt. Der Ganz zum Notar ist Finanzexperten zu Folge nicht erforderlich. Sobald eine Summe aufs Kinderkonto eingegangen ist, gilt die Schenkung als vollzogen. Nach geltendem recht sind Schenkungen bis 205.000 EUR je Kind steuerfrei, was darüber hinaus geht, muss versteuert und dem Finanzamt gemeldet werden.

Werden Vermögensgegenstände verschenkt, die für das Kind nicht zur rechtliche Vorteile bergen – zum Beispiel eine vermietete Immobilie – muss bei der Schenkung an Minderjährige ein sogenannter Ergänzungspfleger des Familiengerichts eingeschaltet werden. Dadurch soll verhindert werden, dass Minderjährige mit Mietschulden konfrontiert werden. Die geplante Erbschaftssteuerreform sieht vor, dass künftig sogar Schenkungen bis zu 400.000 EUR je Kind steuerfrei werden. Der Schenkungsfreibetrag kann alle 10 Jahre aufs Neue genützt werden.

Teure Rückschenkungen

Bis zur Volljährigkeit handeln die Eltern als gesetzliche Vertreter im Sinne des Kindes. Während dieser Zeit könne sie das Geld nur im Ausnahmefall zurückholen – zum Beispiel, wenn die Familie verarmt, das ihr Überleben gefährdet ist, oder wenn das Kund „groben Undank“ zeigt. Letzteres trifft auch zu, wenn das Kind den Eltern nach dem Leben trachtet. Zwar können sich Eltern Geld von ihrem volljährigen Kund zurückschenken lassen. In diesem Fall schmilzt der Steuerfreibetrag allerdings von 205.000 auf nur noch 10.300 EUR zusammen. Beim Schenken kommt es immer darauf an, wer wem was Schenkt , so Steuerexperten.

Gemeinsam zugreifen

Wer sichergehen will, dass Kinder gespartes vermögen nach ihrem 18. Lebensjahr nicht sofort wieder ausgeben, kann dies ebenfalls vertraglich regeln. Dazu muss unter Umständen das Familiengericht hinzugezogen werden. Beispielsweise kann über ein Treuhändler festgelegt werden, der das Geld vorwiegend zur Ausbildung verwendet wird. Oder aber das volljährige Kind gründet gemeinsam mit seinen Eltern eine Vermögens-GbR, darauf haben alle beteiligten Zugriff und auch die Eltern haben „noch die Hand drauf“.

Bereits bei der Schenkung können sich die Elternsogenannten Nießbrauch sichern. Das bedeutet zum Beispiel: Die Eltern schenken dem Kind eine vermietete Immobilie, behalten die Mieteinnahmen aber für sich. Letztere müssen sie dann natürlich selbst versteuern.

Kein Geld für Unterhalt

Vermögen auf Kinderkonten darf nicht zu deren Unterhalt ausgegeben werden. Auch nach Übertragung des Vermögens bleiben die Eltern zum Unterhalt verpflichtet. Wird Kleidung und Nahrung fürs Kind vom Kinderkonto bestritten, könnte der Nachwuchs später finanziellen Ausgleich von seinen Eltern verlangen. Gleiches gilt, wenn die Erziehungsberechtigten mit Kinderkonten Verluste machen. Wertgegenstände von Kindern sind daher nach den Grundsätzen einer wirtschaftlichen Vermögensverwaltung angelegt werden. Deshalb können Eltern im Namen Minderjähriger auch nicht ungefragt ein Aktiendepot gegen Immobilienbesitz tauschen; auch hier hat das Familienrecht ein Mitspracherecht. Erzielt das Kinderkonto Gewinne, müssen die eltern davon zunächst anfallende Bankgebühren bezahlen. Was danach übrig bleibt, darf für Spielzeug oder andere Unterhaltsartikel verwendet werden.

Kindergeld in Gefahr

Kinder, die ihrer Bank eine Nichtveranlagungsbescheinigung einreichen, können auch oberhalb der Sparerfreibeträge Erträge erzielen, ohne dass Abgeltungssteuer abgezogen wird. Bei über 7,680 EUR p.a. bekommen die Eltern allerdings kein Kindergeld mehr, ab 5.000 EUR p.a. benötigt das Kind eine eigene Krankenversicherung. Auch der Antrag auf Bafög kann ab einem bestimmten Vermögensniveau des Kindes gestrichen werden. Je nach Höhe des Steuervorteils kann sich eine Geldübertragung dennoch lohnen. Es ist jedoch zuvor eine Beratung durch einen Anwalt oder Steuerberater unabdingbar.

Fazit zum Steuersparen mit Kinderkonten

Am Steuersparmodell Familie ändert sich durch die Einführung der Abgeltungssteuer grundsätzlich nichts. Von 2009 an sinkt jedoch für Eltern der Anreiz, Geld auf Kinder zu übertragen: Da Kapitalerträge pauschal versteuert werden, wirken sie sich nicht länger auf die Steuerprogression der Eltern aus. Anders gesagt: Wenn Eltern Kapitaleinnahmen behalten, statt sie auf den Namen ihrer Kinder abzulegen, zahlen sie am Jahresende 2009 in der Regel weniger Einkommenssteuer als 2008. Umgekehrt ermöglicht die geplante Erbschaftssteuerreform vermögende Familien, größere Teile ihrer Werte steuerfrei auf den Nachwuchs zu übertragen – und damit Steuern zu sparen.

Ihr
Siegmar Bührle

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