Erspartes wegen der Finanzkriese schnell in die eigene Immobilie investieren?

Der Kauf von Wohneigentum ist eine Investition auf längere Zeit und kein vorübergehender Schutz fürs Vermögen im Zuge der Wirtschaftskrise und Finanzkriese.

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland haben die Deutschen Angst im ihr Geld. Trotz Staatsgarantie für die Spareinlagen, trotz Rettungspakete fürchten als Folge der weltweiten Finanzkriese Millionen um ihre Kontenguthaben. Kopfkissen, Bundewertpapiere, Gold – an den Stammtischen werden viele Strategien diskutiert. Auch die Möglichkeit, schnelle eine Immobilie zu kaufen, weil das Geld angeblich bald nichts mehr Wert sei.
Keine Frage, die selbstbewohnte oder vermietete Immobilie zählt zu den Sachwerten: Während das Geld auf dem Konto oder unter dem Kopfkissen vollkommen wertlos werden kann, behält der Eigentümer das Recht an seiner Immobilie, unabhängig davon, ob eine einzelne Bank pleite geht oder das gesamte Finanzsystem zusammenbricht. Anders als Geld das beliebig gedruckt werden kann, ist Grund und Boden außerdem nicht vermehrbar.

Für Schwarzseher könnten es daher naheliegend sein, das Geld auf dem Konto nun in eine Immobilie zu stecken und so einfach einen Teil des Vermögens in Sicherheit zu bringen. Es gibt einiges, das was dafür, aber auch manches, was dagegen spricht.

Das spricht für eine Investition in eine Immobilie:

Günstige Immobilienpreise

Die deutschen Immobilienpreise sind im europäischen Vergleich eher niedrig, wüste Spekulationen wie etwas in Großbritannien oder Spanien sind in den vergangenen Jahren in Deutschland ausgeblieben. Ein Beispiel: Im Zentrum von Madrid ist eine gebrauchte Eigentumswohnung trotz Wertverfalls zum Zuge der Kriese kaum unter 5.000 EUR pro m2 zu bekommen. In den Top-Bezirken sind 8.000 bis 10.000 EUR pro m2 keine Seltenheit. Im für deutsche Verhältnisse teuren Stuttgart hingegen kann man schon für 2.500 bis 3.000 EUR pro m3 ein Objekt finden.

Inflationsschutz der Immobilie

Die selbst bewohnte oder vermietete Immobilie hat den Ruf, einen Schutz vor Inflation zu bieten. Der Grund: Steigt das allgemeine Preisniveau, ziehen die Mieten grundsätzlich mit. Der Selbstnutzer hat dann einen Inflationsschutz, weil er keine steigende Mieter befürchten muss. Der Vermieter wiederum hat den Inflationsschutz, weil er mehr Miete fordern kann. Mit dem höheren Mietertrag steigt automatisch auch der Wert der Immobilie, weil ein Investor einen höheren Preis zahlt., wenn er einen höheren Ertrag erzielt.

Schonvermögen Immobilie

Wie kein anderes vermögen ist die selbst genutzte Immobilie – bei angemessener Größe – in Notlagen geschützt. Wird der Eigentümer etwas wegen längerer Arbeitslosigkeit bedürftig, kann die Sozialbehörde nicht verlangen, dass er die Wohnung verkauft und den Erlös verbraucht. Vielmehr besteht sogar ein Anspruch darauf, dass bei einer noch nicht abbezahlten Immobilie zumindest teilweise die Raten vom Staat weitergezahlt werden.

Günstige Kreditzinsen bei der Immobilienfinanzierung

Wer einen Teil der Anschaffungskosten finanziert, hat jetzt Chancen, sehr günstig Baugeld zu bekommen. Die Kreditzinsen sind in den vergangenen Wochen nämlich nach unten gerutscht, auch langfristige Zinsbindungen liegen deutlich unter der 5% Marke. Zu erwarten ist allerdings, dass die klammen Banken die Bonitätsansprüche bei den Kunden nach oben schrauben und sehr selektiv vorgehen, so die Meinung von Experten.

Das spricht gegen eine Investition in eine Immobilie:

Klumpenrisiko

Wird das gesamte Vermögen oder ein Großteil davon in eine Immobilie gesteckt, geht der Anleger ein sogenanntes Klumpenrisiko ein. Das bedeutet: Ein Fehlgriff ist ein großer, kaum zu korrigierender Fehler. Gerade wer eine Immobilie in aller Eile kauft, kann diesem Fehler leicht unterliegen, dass man sich eine schlechte Gegend aussucht, oder ein Objekt mit vielen Bauschäden. Unter diesem Hintergrund ist immer folgende Immobilienregel zu beachten: Achten Sie beim Kauf einer Immobilie immer auf die Lage, eine Ausstattung lässt sich nachträglich noch verbessern!

Wertentwicklung

Immobilienmakler suggerieren mitunter jährliche Wertsteigerungsraten. Doch darauf sollte man nicht unbedingt setzen. Je nach Standort haben Immobilienbesitzer in den vergangenen Jahren teilweise sogar Verluste hinnehmen müssen. Ein Grund dafür dürfte sein, dass der Euphorie der Wiedervereinigung das Preisniveau in spekulative Höhen gestiegen war, was ab Mitte der 90er Jahre zu Preisstillstand oder – vor allem in Ostdeutschland – zu Preisrückgängen führte. Sollte es auf Grund der Finanzkriese zu einem längeren Konjunkturabschwung kommen, wären für die kommenden Jahre weger geringer Nachfrage weitere Einbußen möglich.

Geringe Liquidität

Es kann dauern, bis man eine Immobilie verkauft hat. Wer also dringend Geld braucht und keine flüssigen Mittel hat, kann in die Klemme geraden. Kommt es wegen den Folgen der Finanzkriese zu einem Konjunktureinbruch, wird es schwer, Wohneigentum zu einem angemessenen Preis zu verkaufen. Der Immobilienkauf sollte daher als Langfristinvestition gesehen werden, nicht als vorübergehender Schutz des Vermögens.

Kreditrisiko

Wie es mit der Finanzbranche weitergeht, welche Banken in ein paar Jahren noch am Markt sein werden, ist derzeit überhaupt nicht absehbar. Wahrscheinlich aber ist, dass die Institute mit schlechteren Kreditkunden weniger Geduld zeigen werden als bisher. Bleiben Kreditkarten aus, könnte die Zwangszollstreckung viel schneller kommen, das der Kunde sich vorstellt. Wird das Haus oder die Eigentumswohnung also teilweise finanziert, sollte die Kreditrate mit Luft kalkuliert sein. Es sollte also noch Spielraum sein für unvorhergesehene Ausgaben.

Ihr
Siegmar Bührle

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