Die Zeit des Jägers!

Heute ist mal wieder ein Gastartikel dran. Es ist uns gelungen, Peter E. Huber von StarCapital AG für einen Artikel zu gewinnen. Die Star­Ca­pi­tal AG wurde im Jahre 1996 ge­grün­det und fir­miert heute als ein­ge­tra­ge­ne und un­ab­hän­gi­ge Ak­ti­en­ge­sell­schaft für Ka­pi­tal­markt­for­schung, sowie für Fonds­ma­na­ge­ment und –be­ra­tung.

Hier nun der Gastartikel zur aktuellen Börsensituation:

Die Zeit des Jägers!

Sehr geehrter Anleger,

in den herbstlich gefärbten Wäldern ist die Jagdsaison in vollem Gang. Auch an den Kapitalmärkten darf zur Schnäppchenjagd geblasen werden. Die Verwerfungen im Rahmen der Finanzkrise waren verheerend. Nicht nur an den Aktienmärkten, sondern auch bei Unternehmensanleihen, Wandelanleihen, Emerging Market Bonds, im Minensektor und bei den Agrarrohstoffen kam es zu einem beispiellosen Kurszusammenbruch.

Dies führt zu Anlagechancen, wie es sie in den letzten 50 Jahren nicht mehr gegeben hat. Genauso irrational wie sich die Kurse am Neuen Markt in der Euphorie des Jahres 2000 von allen Bewertungsfaktoren nach oben entfernt hatten, erleben wir dies jetzt bei den Aktienmärkten in der Panik – nur in der anderen Richtung. Als Begründung dient aktuell der Vergleich mit der großen Depression im Rahmen der Weltwirtschaftskrise der Jahre 1929 bis 1932.

Natürlich kommt es immer wieder einmal vor, dass einzelne Aktien extrem niedrig bewertet werden. In der ersten großen Ölkrise zum Beispiel wurden besonders betroffene Unternehmen wie BASF oder Bayer mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis zwischen 5 und 7 gehandelt. Man fürchtete aufgrund der Ölknappheit das Ende des Industriezeitalters. Aber das ganze Aktienmärkte mit einem Kurs/Buchwert- Verhältnis von unter 1 bewertet werden, dass gab es seit der Zeit nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr.

Interessant ist natürlich die Frage nach dem Grund für diese Verwerfungen. Märkte lösen sich normalerweise nicht völlig von ihren historischen Bewertungsrelationen. Auch das Zusammentreffen mehrerer Krisen gleichzeitig (globale Immobilienkrise, Finanzkrise, Rezession) und die sich daraus ergebende extrem negative Erwartungshaltung der Anleger bezüglich der weiteren Wirtschafts- und Gewinnentwicklung bietet keine ausreichende Erklärung mehr.

Der „Schwarze Schwan“

Zunehmend finden wir unsere Vermutung bestätigt, dass es sich um Einflüsse handeln muss, die nicht mit der Bewertung in Zusammenhang stehen und in dieser Form bisher noch nie aufgetreten sind. Im Fachjargon nennt man dies einen „Schwarzen Schwan“. In den letzten 20 Jahren haben sich auch private und institutionelle Anleger stärker in sogenannten „Alternativen Investments“ engagiert. Strukturierte Produkte, Derivate, Hedge Fonds und Private Equity fanden zunehmend Einzug in die Portefeuilles.

Das rächt sich jetzt. Der Markt für diese Produkte ist inzwischen zusammengebrochen. Man schätzt, dass sich weltweit allein das Volumen der Hedge Funds bis Mitte nächsten Jahres halbieren wird (von $ 1900 Mrd.  auf unter $ 1000 Mrd.). Für viele strukturierte Produkte werden keine Preise mehr gestellt. Warren Buffett hat mit vollem Recht bereits vor Jahren Derivate als „Massenvernichtungswaffen der Finanzindustrie“  gebrandmarkt.

Notverkäufe institutioneller Anleger

Wir möchten dies an einem Beispiel verdeutlichen. So ist bei Calpers, dem größten US-Pensionsfonds, das verwaltete Vermögen von Ende Juni bis Oktober um 21 % auf $ 188,8 Mrd. geschrumpft. Der Fonds begleicht die Ansprüche von 1,6 Mio. Rentnern und Angestellten. Als Grund für die milliardenschweren Notverkäufe in  Aktien gibt Calpers an, dass Anteile an Private Equity- oder Immobilienfonds derzeit faktisch nicht  verkäuflich sind.

Der große Vorteil von qualitativ hochwertigen Aktien, nämlich dass sie jederzeit veräußerbar (fungibel) sind, wurde ihnen also zuletzt zum Verhängnis. Zum Trost sei gesagt, dass sich die Börsen nicht dauerhaft von ihren Bewertungsfaktoren abkoppeln können. Langfristig ist die aktuelle Krise sogar vorteilhaft für Dividendenpapiere. Die Anleger werden sich künftig nämlich zweimal überlegen, ob sie sich weiter in alternativen Investments engagieren sollen.

Auf kurze Sicht kann niemand sagen, wie lange die Notverkäufe noch anhalten und die Wertpapierkurse nach unten drücken. Deshalb haben wir uns einmal mit einem Worst-Case-Szenario befasst – der Weltwirtschaftskrise von 1929 bis 1932. Damals fielen das Bruttoinlandsprodukt und die Reallöhne um ein Drittel. Die Aufträge in der Industrie gingen um 60 % zurück. Die Arbeitslosigkeit stieg von 3,2 % auf über 25 %. Zahllose Banken und Unternehmen brachen zusammen.

Wie aus der Grafik ersichtlich wird, gaben damals die Aktienkurse noch deutlich stärker nach als heute. Im Klartext: Eine so schwere Depression ist in den heutigen Kursen noch nicht eingepreist. Was allerdings auch deutlich wird: Selbst damals hätte man bei einem Einstieg auf vergleichbarem Niveau innerhalb von weniger als drei Jahren die Gewinnzone erreicht, und auf Sicht von 7 Jahren einen jährlichen Wertzuwachs von 8,7 % erzielt.

Aktien sind zwar kurzfristig die riskanteste Geldanlage, wie man jetzt wieder leidvoll erfahren musste. Von kurzfristig angelegten Spekulationen kann man daher nur abraten. Langfristig sind sie jedoch die rentabelste und auch sicherste Anlage, weil man mit Aktien in Sachwerte (Unternehmensbeteiligungen) investiert und vom Wachstum der Wirtschaft profitiert.

Performance des S&P 500 im Vergleich zur Weltwirtschaftskriese von 1929

Performance des S&P 500 im Vergleich zur Weltwirtschaftskriese von 1929

Wer antizyklisch handelt, gehört langfristig zu den Gewinnern!

Ein antizyklischer Einstieg in Aktien bietet heute langfristig ein ungewöhnlich günstiges Chance/Risiko- Verhältnis. Auch wer (wie wir) bereits in den letzten Monaten – und damit zu früh – seine Aktienpositionen  verstärkt hat, wird über kurz oder lang eine reiche Ernte einfahren. Keiner kann allerdings vorhersehen, wohin die Kurse in den nächsten Monaten laufen werden. Börsenprognosen taugen nichts, sonst wären wir alle reich. Auch Krisen lassen sich nicht vorhersagen, sonst könnte man sie ja vermeiden. Der sicherste Schutz für ihr Vermögen ist deshalb eine breite Streuung auf verschiedene Anlageformen (Festgeld, Anleihen, Aktien, Gold und Rohstoffe, Immobilien etc.). Darauf haben wir immer wieder hingewiesen.

Anleihe Spread erreicht historischen Höchststand

Anleihe Spread erreicht historischen Höchststand

Antizyklisches Handeln erscheint auch an den Rentenmärkten derzeit die einzig vernünftige Strategie. Zwangsverkäufe und die steigende Risikoaversion der Anleger haben die Renditeunterschiede zwischen niedrigverzinslichen Staatsanleihen und hochverzinslichen Unternehmensanleihen guter Bonität auf historische Höchststände klettern lassen. Der Renditeanstieg auf teilweise 15 – 20 % p.a. brachte die Kurse solcher Anleihen massiv unter Druck. So fiel beispielsweise eine 5 5/8 % Fiat-Anleihe mit einer Laufzeit bis 2017 in den letzten Monaten von über 90 auf einen Kurs unter 50. Dies ist rational nicht mehr erklärbar, denn das Unternehmen hat in den letzten Jahren seine Nettoverschuldung fast vollständig abgebaut. Es gibt  somit kaum einen Zweifel, dass die Anleihe 2017 mit 100 zurückgezahlt wird. Es wird also Zeit, die Krise als Chance zu begreifen – auch an den Rentenmärkten.

Es ist Jagdzeit!

Peter E. Huber

Quelle: Peter E. Huber von StarCapital AG

relevante Links zu Investmentfonds:

PS: Fragen Sie bei Ihrem nächsten Beratungsgespräch nach den Produkten von StarCapital AG

Email:

{ 0 comments… add one }

Leave a Comment

Next Post:

Previous Post:

brissanter Report …

Gratis Report Viele Verbraucher zahlen nicht nur zu viel für Ihre Versicherungspolicen, sondern besitzen meist auch Versicherungen, die absolut unsinnig sind. Wir empfehlen Ihnen daher unseren Gratis-Report „Welche Versicherung Sie WIRKLICH brauchen - und welche Sie getrost kündigen können“, den Sie gleich hier per E-Mail anfordern können...
E-Mail:

Werbung:

Email: