Im ersten Halbjahr 2008 haben Anleger ihr Kapital wieder kräftig verschoben. Enorme Mittelabflüsse sind sowohl bei Aktienfonds, wie auch bei Rentenfonds zu verzeichnen. Investmentfonds, die als Dachfonds konzipiert sind, haben hingegen in der Beliebtheit deutlich zugelegt.
Nach Angaben des Bundesverbandes Investment und Asset Management führten die Dachfonds mit einem Mittelzufluss von 6,7 Milliarden EUR die Hitliste an. Mischfonds wurden mit neuen Investitionen von rund 5,2 Milliarden EUR aufgestockt. Mittelzuflüsse hatten auch offene Immobilienfonds (4,1 Milliarden EUR), wertgesicherte Fonds (2,2 Milliarden EUR) und Geldmarktfonds (2,2 Milliarden EUR) zu verzeichnen. Aus Aktienfonds (1,1 Milliarden EUR) und Rentenfonds (1,3 Milliarden EUR) wurde hingegen Kapital abgezogen.
Die massiven Mittelzuflüsse im Bereich der Dachfonds und Mischfonds sind wohl auf eine (langfristige) Ausrichtung des Kapitals vor Einführung der Abgeltungssteuer zurückzuführen. Da innerhalb dieser Fondsprodukte der Fondsmanager steuerunschädlich umschichten kann, sind diese Produkte, neben weiteren Anlagemöglichkeiten, sicher hierfür sehr gut geeignet.
Die Fondskategorie Dachfonds wurde in jüngster Vergangenheit, auch gerade von den Fondsgesellschaften, als gute Lösungsmöglichkeit zur Sicherung der steuerlichen Altregelung, vor Einführung der Abgeltungssteuer, angesehen. Man kann fast sagen, dass neue Dachfonds „wie Pilze aus dem Waldboden“ gesprießt sind.
Ich halte die Anlagekategorie Dachfonds für sehr geeignet, langfristig Geld rentabel anzulegen und nütze selbst auch diese Produkte seit einigen Jahren sehr erfolgreich. Ich möchte hier jedoch ausdrücklich davor WARNEN, in neu aufgelegte Fonds zu investieren. Sie haben keinerlei Möglichkeit, die Leistungsfähigkeit des Fondsmanagement (z.B. in unterschiedlichen Börsenphasen) zu bewerten. Darüber hinaus ist das Fondsvolumen oft so klein, dass die Kostenquote innerhalb des Fonds sehr hoch ist. Es ist deswegen davon auszugehen, dass viele der in jüngster Vergangenheit aufgelegten Dachfonds nach kurzer Zeit entweder aufgelöst werden, oder mit anderen Fonds verschmolzen werden. Hieraus können für Sie als Anleger ggf. erhebliche Nachteile entstehen.
Auf gute Rendite!
Ihr
Siegmar Bührle
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